Nehmt einander an

Ouelle Bild: by  Hajo Rebers pixelio.de

Zwei Männer sitzen in einem Zug in der Schweiz. Einer von beiden ist ziemlich jung und sehr ruhig. Im Verlaufe der Fahrt wird er aber immer unruhiger. Da fragt ihn der Ältere: „Was ist denn los mit Ihnen?“ Da fängt der Jüngere an zu reden: „Heute bin ich aus dem Gefängnis entlassen worden. Mit meiner Straftat habe ich meinen Eltern in unserem Dorf ganz viel Kummer gemacht. Am Anfang haben sie mich auch noch besucht. Aber dann haben sie es nicht mehr geschafft. Ich kann es auch verstehen, wenn sie mich nicht mehr sehen wollen. Ich habe ihnen geschrieben, dass ich heute entlassen werde. Wenn ich wieder heimkommen darf, dann sollen sie in den großen Apfelbaum in unserem Garten ein großes weißes Tuch hängen. Wenn sie mich nicht mehr sehen wollen, dann sollen sie nichts in den Baum hängen. Ich könnte das verstehen. Der große Apfelbaum ist von der Bahnlinie aus gut zu sehen. Wenn nichts drin hängt, fahre ich einfach weiter.“ Der andere ist beeindruckt und sagt. „Ich passe mit auf, ob etwas drin hängt!“ Dann kommt das Dorf in Sicht, der Garten der Eltern und … endlich der Apfelbaum. Er ist voller weißer Bänder! Dem jungen Mann kommen vor Freude die Tränen. Er ist angenommen und herzlich willkommen.

Paulus schreibt von so etwas in seinem Brief an die Gemeinde in Rom:

„Nehmt einander an wie Christus uns angenommen hat zu Gottes Lob.“  

Dieser Satz aus der Bibel soll uns in diesem Jahr in besonderer Weise begleiten.

Es gab Probleme in der Gemeinde in Rom. Die einen hielten die jüdischen Vorschriften noch, die anderen nicht mehr. Daraus entstanden Misstrauen und Ablehnung. Paulus erinnert in diesem Zusammenhang an das Urerlebnis des Glaubens: Jesus Christus nimmt dich an, trotz allem. Da muss ich an das Beispiel denken, was Jesus erzählt hat. Da haut einer ab von zu Hause, will weg von seinem Vater. Er verprasst sein gesamtes Vermögen und kommt als hungernder Bettler zurück.

Er will sich entschuldigen und hofft, wenigstens als Tagelöhner bei seinem Vater bleiben zu dürfen. Der Vater nimmt ihn in einer überwältigenden Weise an. Er rennt ihm entgegen. Er umarmt ihn. Er setzt ihn wieder als Sohn ein. So nimmt Gott uns an, wenn wir zu ihm kommen mit unserem Versagen. Diese Annahme bei Gott, verbunden mit Wegnahme von Schuld ist überwältigend. Wer es erlebt hat, kann es nicht mehr vergessen. Wer es noch nicht erlebt hat, auf den wartet Gott noch. Haben Sie das schon erlebt?

Aber es ist nicht nur das Urerlebnis am Anfang des Glaubens. Gott ist immer wieder so - Gott sei Dank! Davon leben Christen immer wieder. Jesus nimmt uns an. Jesus nahm den Zollchef von Jericho, einen gewissen Zachäus, an. Jesus kam in sein Haus. Sie aßen miteinander. Da merkte dieser Mann: „Mein Egoismus, meine Habgier, das ist schlimm“. Noch mehr begriff er: „Dieser Jesus liebt mich.“ Das ist Annahme pur. So eine Liebe hatte er noch nie erlebt. Diese Liebe, diese Annahme durch Jesus hat ihn total überwältig und so auch verändert. Jesus nimmt uns an, wie wir sind und weil er uns liebt, verändert er uns auch. Nun kann ich niemand verändern, aber Gottes Liebe schafft das heute noch. Deshalb sollen wir so miteinander umgehen. Diesen Satz schreibt Paulus den Christen ins Stammbuch. So sollen wir zu unseren Mitchristen sein. Das soll uns prägen. Auch unter Christen gibt es unterschiedliche Traditionen, Gemeinden und unterschiedliche Meinungen. Die Bibel legt den großen Rahmen fest und lässt uns viel Freiheit. Gerade da ist es wichtig, Jesus ähnlicher zu werden. Wenn wir nicht vergessen, wie Jesus uns angenommen hat, dann werden die Diskussionen nicht verletzend. Dann gibt es Verständnis füreinander. Dann stellen wir gemeinsam fest: Wir leben alle von dieser Begnadigung bei Gott. Das schweißt zusammen, das verbindet.

„Wie Christus uns angenommen hat“ so sollen wir überhaupt zu unseren Mitmenschen sein. Das braucht unsere Gesellschaft, z.B. im Umgang mit Flüchtlingen, aber nicht nur da. 

Das alles „zu Gottes Lob“. Wenn Christen so miteinander umgehen und so zu anderen Menschen sind, dann fangen unsere Mitmenschen an, Gott zu loben und über ihn zu staunen. Dann können Christen miteinander Gott loben. Das ehrt Gott. Darüber freut er sich.

Da gibt es noch viel zu tun. Aber weil Christus uns angenommen hat, gibt es dafür eine echte Chance. 1727 gab es eine kleine Gemeinde in Herrnhut. Die waren ziemlich zerstritten. Und dann hörten sie auf Gott. Sie begannen unser Bibelwort zu verwirklichen und sie wurden ein Riesensegen, weltweit!

Das wünsche ich uns allen. In diesem Sinne: Gott segne Sie!

Ihr Johannes Schubert

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